Die ultimative Anleitung für Route, Maut, Fähre und stressfreies Reisen
Ein Roadtrip von Deutschland nach Teneriffa klingt für viele nach Abenteuer pur – und genau das ist es auch. Mit einer klaren Planung wird aus der langen Strecke jedoch eine entspannte, eindrucksvolle Reise. In diesem Beitrag zeige ich Schritt für Schritt, wie ich vorgegangen bin, welche Route ich gewählt habe, welche Kosten angefallen sind und worauf man unbedingt achten sollte

Planung: Ohne Vorbereitung geht nichts
Nichts geht über eine gute Planung. Für mich sind dabei zwei Punkte zentral:
- Kostenübersicht: Budget für Diesel, Maut, Fähre, Übernachtungen usw.
- Reiseerlebnis: Nicht hetzen, sondern bewusst reisen und Eindrücke sammeln.
Vorbereitung: Dokumente & Fahrzeug

Vor der Abfahrt kontrolliere ich immer:
- ID oder Reisepass
- Führerschein
- Versicherungsunterlagen (ausgedruckt)
- Gültige grüne Versicherungskarte
- Schadenformulare für den Notfall
Mein spanischer Führerschein hat eine begrenzte Gültigkeit. Einmal war er tatsächlich abgelaufen, als ich verreisen wollte. Zum Glück war der Führerschein meiner Frau noch gültig – sonst hätten wir ein echtes Problem gehabt.
Getreu dem Motto: Hast du es dabei, brauchst du es nicht.
Residenten-Vergünstigung
Wer auf den Kanaren lebt und als Resident eingeschrieben ist, kann von erheblichen Vergünstigungen profitieren. Dafür benötigt man ein gültiges „Certificado para Viajar“, das vom Ayuntamiento ausgestellt wird.
Fahrzeugcheck
Egal welche Route man wählt: Schnell kommen über 2.500 km zusammen. Ein kurzer Service vor der Abfahrt ist sehr empfehlenswert.
Route & Maut
Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach Südspanien zu fahren.
Meine Route
Ich fuhr:
Rheintal – Schweiz (Autobahnvignette 40 CHF) – Rhonetal – Mittelmeerküste bis Alicante – weiter am Fuss der Sierra Nevada entlang nach Granada, Sevilla und Huelva.

Alternative Routen
Viele Reisende aus Deutschland wählen:
- Dijon – Lyon – Massif Central – Clermont-Ferrand – Béziers
(zwischen Clermont-Ferrand und Montpellier mautfrei) anschliessend der Mittelmeerkïuste entlang - Oder die Atlantikroute über Bordeaux – San Sebastián – Burgos – Salamanca – Via de la Plata bis Sevilla und weiter nach Huelva oder Cádiz.
Mautkosten
- Frankreich: ca. 10 Cent pro Kilometer
- Autobahnvigniette Schweiz 45 €
- Genf bis spanische Grenze: rund 75 €
- Spanien: Autobahnen der „Rutas del Estado“ sind mautfrei
Tanken: So spart man Geld
Die Spritpreise unterscheiden sich stark:
- Am teuersten: Schweiz
- Danach: Deutschland
- Etwas günstiger: Frankreich
- Am günstigsten: Spanien
Autobahntankstellen sind oft bis zu 20 % teurer. Ich tankte in Deutschland und dann wieder in Frankreich, so sparte ich mir einen Boxenstopp in der Schweiz.
In Frankreich fuhr ich kurz ab der Autobahn und im nächsten Ort sparte rund 23 Cent pro Liter. In Spanien achtete ich gezielt auf Tankstellen der Kette Plenoil (www.plenergy.es). So habe ich unterwegs fast 100 € gespart.
Übernachten unterwegs
Ich übernachtete bewusst in preiswerten Hotels mit sicherem Parkplatz.
- Unterwegs meist Hotels der Accor-Gruppe (Ibis)
www.ibis.accor.com
→ nie mehr als 50 € pro Nacht - In Palos de la Frontera (Huelva), etwa 10 km vor dem Hafen, übernachte ich jeweils für knapp 40€ in der
Hacienda Santa María
www.hsantamaria.com
Dort gibt es einen geschlossenen Parkplatz, der abends um 22 Uhr schliesst und morgens um 7 Uhr (am Wochenende um 8 Uhr) öffnet.
Tipp: Direkt buchen, die Preise sind besser als bei Booking.com.
Fähre nach Teneriffa
Fred Olsen Express & Baleària
Diese bedienen gemeinsam die Strecke Huelva – Teneriffa direkt und benötigen rund 34 Stunden.

Naviera Armas
Fährt von Cádiz nach Teneriffa, legt jedoch in Gran Canaria und Lanzarote an. Die Überfahrt dauert fast 50 Stunden – für mich zweite Wahl.
Kabine oder Sitzplatz
Ich empfehle klar eine Kabine (Camarote). Sie ist komfortabler und die Verpflegung ist im Preis inbegriffen, sonst kostet die Verpflegung 40€ pro Person.

Vergünstigungen
- Residenten
- Reisende über 60 Jahre
- Familien mit mehr als zwei Kindern
Der Residentenrabatt beträgt 75 %. Bei der Buchung wird der Wohnsitznachweis verlangt.
Buchung
- Huelva – Teneriffa:
www.fredolsen.es | www.balearia.com
- Cádiz – Kanaren:
www.armastransmediterranea.com
Einschiffen & Ankunft auf Teneriffa
Das Einschiffen beginnt etwa drei Stunden vor Abfahrt.
Wichtig: Wer ein Auto gebucht hat, aber keine Autonummer angegeben hat, muss zwingend zum Schalter. Falls man die Nummer noch nicht kennt, kann man bei der Buchung einfach XXXXXX eingeben.
Es folgen Ticket- und Passkontrollen, Gesichtskontrolle bei der Ausreise sowie Zoll- und Polizeikontrollen. Mehrwertsteuer-Rückerstattungen werden vor Ort abgestempelt.
Mein persönlicher Trick Wer zuerst auf das Schiff fährt, fährt meist zuletzt wieder runter. Ich gehe beim Einschiffen bewusst als einer der Letzten an Bord – und bin bei der Ankunft einer der Ersten vom Schiff


Kostenübersicht (eine Person)
- Schweizer Autobahnvignette: 45 €
- Maut Frankreich: 75 €
- Diesel: 285 €
- Übernachtungen: 150 €
- Fähre (Resident): 370 €
Total: ca. 925 €
Ohne Residentenrabatt: ca. 1.500 € (ohne Verpflegung)
Fazit & persönliche Erfahrung
Diese Reise hat mir grossen Spass gemacht. Die unterschiedlichen Landschaften, die Weite Spaniens und das entschleunigte Reisen waren für mich ein echtes Erlebnis. Ich fuhr selten schneller als 120 km/h, machte regelmässige Pausen und übernachtete bewusst günstig.

Man kann diese Strecke in zwei Tagen „abspulen“ – für mich ist das nichts mehr. Ich geniesse lieber den Weg.
Das Essen auf der Fähre ist ordentlich, warmes Essen lässt sich problemlos aufwärmen, und das Personal war durchweg freundlich, aufmerksam und hilfsbereit.

Das ist wichtig
Überwinterer aus Europa dürfen ihr Auto problemlos bis zu 6 Monate pro Jahr auf den Kanaren nutzen. Entscheidend ist, dass sie nicht Resident sind und das Fahrzeug wieder ausführen. Erst wenn das Auto dauerhaft bleibt, greifen die kanarischen Einfuhr‑ und Zulassungsregeln. Wie eine Ummeldung abläuft beschreibe ich in einem anderen Blog. Hier der Link:… der Text folgt in kürze
Auf Autobahnraststätten lauern oft Trickdiebe auf ihre Chance, sie versuchen Euch abzulenken und schlagen gnadenlos zu. Ein bekannte Masche in Spanien, auf der Autobahn Richtung Barcelona werden sie überholt, die fuchteln mit den Händen und versuchen ihnen einen möglichen Schaden am Auto anzuzeigen, ihr Auto hat nichts, sie halten an um den Schaden zu begutachten und werden ausgenommen.
Fazit: Mit guter Planung ist der Roadtrip nach Teneriffa nicht nur machbar, sondern ein echtes Erlebnis.

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